Aktuelle Meldungen

22.04.2013

GPHF-Minilab® entdeckt Fälschungen in Kamerun

Wie das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e. V. (Difäm) heute mitteilte, konnten unlängst in Kamerun gefälschte Malaria-Medikamente mit Hilfe des GPHF-Minilab® entdeckt werden. Aufgrund der Wachsamkeit eines örtlichen Apothekers wurde das Kombinationspräparat Coartem nach Untersuchung mit dem Minilab als Fälschung ohne jeden Wirkstoff identifiziert. Eine Analyse in einem Prüflabor in Kenia bestätigte den Befund. Das Difäm hat in den vergangenen Jahren sechs kirchliche Zentralapotheken in Kamerun mit dem Minilab des Global Pharma Health Fund zur Kontrolle des lokalen Arzneimittelmarktes ausgestattet. Die vollständige Pressemeldung von Difäm finden Sie hier.


03.04.2013

Acht neue Testprotokolle für GPHF-Minilab®

Ab sofort können mit dem GPHF-Minilab® weitere Arzneimittelwirkstoffe identifiziert werden. Insgesamt stehen der Testmethodik des mobilen Kompaktlabors zur Überprüfung der Identität und des Gehalts von Fertigarzneimitteln jetzt 72 Testprotokolle für 63 Einzelwirkstoffe und ihren Mehrfachkombinationen zur Verfügung. Bei den neuen Wirkstoffen handelt es sich mehrheitlich um Tuberkulostatika und weiteren antibakteriell wirksamen Arzneimitteln. Eine Demoversion des entsprechenden Handbuchs mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Wirkstoffen finden Sie hier. Das Handbuch wird vom GPHF gemeinsam mit dem Promoting the Quality of Medicines Programm der United States Pharmacopeial Convention und der United States Agency for International Development herausgegeben. In 80 Ländern der Erde befinden sich mittlerweile rund 600 Minilabs im Einsatz, die einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Menschen vor gefälschten Arzneimitteln leisten.


13.03.2013

INTERPOL und pharmazeutische Industrie starten Initiative zur Bekämpfung gefälschter Arzneimittel

INTERPOL und 29 führende Unternehmen aus der pharmazeutischen Industrie starteten jetzt eine gemeinsame Initiative im Kampf gegen gefälschte Arzneimittel, die weltweit die Gesundheit von immer mehr Menschen bedrohen. Ein gemeinsames Programm, das zunächst auf drei Jahre ausgelegt ist, zielt ebenso auf die Prävention wie auf die Entlarvung der Hintermänner dieser Form der organsierten Kriminalität, mit der Jahr für Jahr Gewinne in Millionenhöhe erzielt werden. Ein weiterer Baustein der Initiative umfasst die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit der relevanten Strafverfolgungsbehörden. Für weitere Informationen siehe www.interpol.int.


28.02.2013

Erfolgreichstes Jahr in der Geschichte des GPHF

Der Global Pharma HealthFund (GPHF) kann auf das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte zurückblicken. Wie der Vorsitzende des Vereins, Frank Gotthardt, jetzt im Rahmen der Mitgliederversammlung mitteilte, konnten 2012 genau 100 Minilabore zur Identifikation gefälschter Arzneimittel ausgeliefert werden, 40 davon alleine nach Vietnam und weitere 10 nach Angola. Insgesamt befinden sich jetzt bereits in 86 Ländern der Erde mobile Labore des GPHF im Einsatz. Gotthardt kündigte an, dass der GPHF auch weiterhin neue Wirkstoffe in die Testmethodik einbeziehen wird, um die Einsatzmöglichkeiten des Kompaktlabors weiter auszubauen.


29.01.2013

Myanmar: Drei GPHF-Minilabs gespendet

Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsführung der Merck KGaA, hat anlässlich einer Reise nach Südostasien jetzt in Myanmar drei GPHF-Minilabs an die dortigen Gesundheitsbehörden übergeben. Die mobilen Laboreinheiten sind eine Spende für das Programm zur Überwachung der Qualität der lokal angebotenen Arzneimittel, das unter der Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der United States Pharmacopoeia (USP) seit dem vergangenen Jahr in Myanmar (dem vormaligen Birma) durchgeführt wird. Die Minilabs haben einen Wert von rund 15.000 EUR und wurden von Merck Singapur zur Verfügung gestellt.


29.11.2012

WHO: Plan zur Bekämpfung gefälschter Arzneimittel

Vertreter aus 76 Mitgliedsländern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben in der vergangenen Woche in Buenos Aires in Argentinien einen Aktionsplan zur Bekämpfung gefälschter Arzneimittel beschlossen. Die Konferenz, die erstmals in Folge der Beschlüsse der Genrealversammlung der WHO im Mai dieses Jahres durchgeführt wurde, wird allgemein als Erfolg gewertet.

Im Mittelpunkt der in Buenos Aires beschlossen Maßnahmen steht der Ausbau von Kapazitäten zur Kontrolle lokaler Arzneimittelmärkte und die verstärkte Zusammenarbeit nationaler Überwachsungsbehörden. Ferner sollen zukünftig verstärkt Bedingungen in den Blick genommen werden, die  die Ausbreitung qualitativ minderwertiger Arzneimittel begünstigen.

Zur Eröffnung der Konferenz hatte der argentinische Gesundheitsminister Juan Manzur noch einmal darauf hingewiesen, dass gefälschte Arzneimittel ein internationales Gesundheitsproblem sind, das Tod und Krankheit verursacht, unabhängig von Alter oder Geschlecht.


08.11.2012

Afrika: Millionen gefälschter Arzneimittel sichergestellt

Wie die Weltzollorganisation (WCO) in Brüssel jetzt mitgeteilt hat, wurden bereits im Juli im Rahmen einer multinationalen Operation in insgesamt 16 afrikanischen Staaten gefälschte Arzneimittel im Wert von ca. 40 Millionen US-Dollar sichergestellt.

Im Rahmen der Aktion die vom 11. bis zum 20. Juli zeitgleich in 16 Häfen an der Ost- und Westküste des Kontinents stattfand, wurden über 100 Millionen gefälschte Produkte sichergestellt. Von den Inspektoren wurden insgesamt 110 Container geöffnet und untersucht. 84 von ihnen enthielten gefälschte Medikamente. Von Mitteln zur Behandlung der Malaria und parasitärer Infektionen über Antibiotika und Erkältungssäfte bis hin zu Kontrazeptiva waren nahezu alle Medikamentengruppen vertreten. Die größten Mengen gefälschter Präparate wurden in Angola, Ghana, Kamerun und Togo beschlagnahmt. Die Absender der gefälschten Ware sind nach Angaben der WCO mehrheitlich in Südost- bzw. Ostasien sowie im Mittleren Osten ansässig. 

Die Verantwortlichen der WCO werten das Ergebnis der Operation als weiteres alarmierendes Signal für das Ausmaß, in dem die Menschen Afrikas mittlerweile durch gefälschte und gesundheitsgefährdende Arzneimittel bedroht sind.


12.09.2012

Minilab für Malaria kann nun alle gängigen Artesunat-Mehrfachkombinationen testen

Gefälschte Arzneimittel sind ein Phänomen, die die Sicherheit der Arzneimittelbehandlung und die Gesundheit der Bevölkerung insbesondere in den Entwicklungsländern gefährden. Hier führen darüber hinaus gefälschte Malariamittel zur Ausbildung resistenter Erreger. Die in jüngster Zeit weltweit neu entwickelten Strategien bei der arzneilichen Behandlung und Prophylaxe der Malaria waren daher der gebotene Anlass, die bereits existierende Palette an Minilab-Testmethoden für Malariamittel in diesem Jahr nochmals zu erweitern und die neuen, auf dem Malariamittel Artesunat basierenden Mehrfachkombinationen mit Amodiaquin, Mefloquin, Pyronaridin, Sulfadoxin und Sulfamethoxypyrazin in den Kanon der Minilabmethoden aufzunehmen. Ohne die Plattform des Minilabs als solches verändert zu haben, können mit dem neuen Repertoire an Testmethoden künftig 58 Einzelwirkstoffe und deren Mehrfachkombinationen auf Echtheit und schwerwiegende Mängel überprüft werden. Dies schließt alle gängigen Malariamittel ein. Der neue Minilab-Ergänzungsband wird gemeinsam mit dem vom US amerikanischen Arzneibuchbüro (USP) unterhaltenen Hilfsprogramm „Promoting the Quality of Medicines“ (PQM) herausgegeben. Über 500 Minilabs kamen bereits in über 80 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zum Einsatz. Betroffen von Malaria sind 106 Länder. Die Hälfte der Weltbevölkerung sieht sich dem Risiko einer Infektion ausgesetzt.


03.09.2012

Gefälschte Malariamittel im Kongo aufgespürt

Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM) informierte kürzlich seine Projektpartner über die Existenz gefälschter Chinintabletten in der Demokratischen Republik Kongo. Alle Tablettenangaben über Herkunft, Inhalt und Chargennummer sind demnach frei erfunden. Das Etikett gibt zum Beispiel vor, dass das Malariamittel von der Firma Shelys mit Sitz in Daressalam, Tansania, hergestellt worden sei, aber auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Chargennummer 880 der Fälschung nichts mit dem Nummernsystem des Originalherstellers gemein hat. Untersuchungen mit dem Minilab ergaben darüber hinaus die nahezu vollständige Abwesenheit des deklarierten Inhaltstoffs Chinin und die Existenz einer unbekannten Substanz. Da die Fälschung im Zusammenhang mit der Behandlung von Malariapatienten mit zum Teil tödlichen Ausgang steht, wird zurzeit davon ausgegangen, dass auch der Fremdstoff keinerlei therapeutischen Effekt besitzt. Die gefälschten Packungen wurden aus den Regalen entfernt und alle betroffenen Stellen ausgehend vom ökumenisch-pharmazeutischen Netzwerk über die lokalen Arzneimittelbehörden bis hin zur Weltgesundheitsorganisation vom Fall unterrichtet. In der Zwischenzeit traf von weiteren Minilabanwendern aus Afrika eine zweite Meldung zu gefälschten Malariamitteln, abermals gänzlich ohne Chinin, ein. Die behördlichen Untersuchungen hierzu sind noch am laufen aber eine erste Festnahme wurde bereits vollzogen. Beide Fälle zeigen, dass angesichts gehäufter Fälschungen nur eine regelmäßige Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln die gewünschte Arzneimittelsicherheit herstellen kann. In Ländern ohne starken behördlichen Strukturen und gänzlich ohne Prüfkapazitäten kann der Einsatz von Minilabs mit seinen einfachen und preiswerten Methoden bereits in kürzester Zeit zu schnellen Erfolgen führen. Ihr vermehrter Einsatz im Kongo ist auf Basis der beobachteten Fälschungen dringend angezeigt.


01.08.2012

GPHF schult Fachkräfte aus Indonesien bei Merck um gefälschte Arzneimittel zu erkennen

Um die bestehenden Bemühungen Indonesiens bei der Arzneimittelüberwachung und der Bewertung von Risiken durch Fälschungen zu vervollständigen, kamen letzte Woche drei Amtsapothekerinnen aus Jakarta zu einer fünftägigen Schulungsmaßnahme am Minilab nach Merck Darmstadt. Die Maßnahme umfasste auch einen Besuch bei der Abteilung Pharmakriminalität beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Die Laborarbeiten konzentrierten sich vornehmlich auf die Erkennung gefälschter Mittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten wie z.B. Malaria, TB und HIV/AIDS. Zumeist erheblich unterdosiert, kurieren derartige Fälschungen Infektionen nicht und leisten darüber hinaus der Ausbildung resistenter Erreger Vorschub. Das Minilab ist eine Entwicklung aus der Projektarbeit des Global Pharma Health Funds (GPHF), entstanden bei seinem Bemühen, Arzneimittelfälschungen in Entwicklungsländern zu erkennen und zu bekämpfen. Hierbei unterstützt es insbesondere die Gesundheitsbehörden, den Verkehr mit Arzneimitteln zu überwachen und im Rahmen besonders angelegter Studien, den aktuellen Stand der Qualität von Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten vor Ort im Feld zu ermitteln und die Bevölkerung vor nicht wirksamen Arzneimittelfälschungen zu schützen.


05.07.2012

Indonesien: Minilab- und Arzneibuchmethoden zum Qualitätscheck von Tuberkulostatika

Für eine Studie zur Bestandsaufnahme der Qualität von Tuberkulosemitteln wurden mit finanzieller Unterstützung des indonesischen Länderbüros der amerikanischen Entwicklungsagentur USAID im Juni vom technischen Hilfsprogramm des US amerikanischen Arzneibuchs (USP/PQM) und dem Global Pharma Health Fund (GPHF) zwei Schulungsmaßnahmen im zentralen Regierungslabor in Jakarta durchgeführt. Dabei konzentrierte sich die Arbeit im ersten Workshop auf die anspruchsvolle Instrumentalanalytik der Arzneibücher und parallel hierzu die Arbeit im zweiten Workshop auf die einfachen, schnellen und preiswerten Testmethoden des GPHF-Minilabs für den Einsatz in der Fläche. Die insgesamt 33 Seminarteilnehmer kamen aus den Regionen East und West Java, South Sulawesi, North Sumatra, West Nusa Tenggara in der Nachbarschaft zu Bali und der Hauptstadt Jakarta selbst und sind allesamt Mitarbeiter der dortigen Arzneimittelbehörden. Die Seminare mit Workshops bilden den Grundstein einer mehrjährigen Studie zur Erfassung der Qualität von Tuberkulostatika bei unterschiedlichen Marktteilnehmern in verschiedenen Regionen des Landes. Indonesien zählt zu den Ländern mit hohen Tuberkulosefallzahlen und angesichts der Ausbildung mehrfachresistenter Keime, die Indonesien als ganzes und insbesondere deren Gesundheitsbehörden und das Zentrallabor herausfordern, verlangt die neue Lage vermehrte Anstrengungen hinsichtlich der Herstellung und des Zugangs technisch hochwertiger Arzneimittel zur Unterstützung des nationalen Tuberkuloseprogramms in dem Bemühen die Krankheit erfolgreich zu bekämpfen.


21.05.2012

Myanmar: Nach Jahren des Wartens, nun grünes Licht für Minilabs

Seit Jahrzehnten isoliert durch weltweite Sanktionen zu Menschenrechtsverletzungen hat sich Myanmar zu einem der ärmsten Länder Südostasiens entwickelt. Seit einem Jahr verfolgt die Militärjunta einen vorsichtigen Kurs politischer und wirtschaftlicher Reformen mit einer noch die da gewesenen Öffnung gen Westen. US, EU and asiatische Staatsmänner geben sich seitdem die Klinke in die Hand während Firmen bereits auf Anteile an die noch unerschlossenen Bodenschätze schielen. Weiter unten auf Arbeitsebene angesiedelt erhielt das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgelegte „Myanmar Artemisinin Resistance Containment“ Projekt kürzlich grünes Licht zum ersten Einsatz von Minilabs in Myanmar. Zur Bewertung von Malariaresistenzen entlang der thailändisch-burmesischen Grenze fällt den Minilabs hier eine wichtige Rolle beim Aufbau von Prüfkapazitäten zur Überwachung der Qualität von Malariamitteln und der Erkennung von Scheinresistenzen basierend auf Fälschungen und Minderqualitäten zu. Mit dem Aufbau dieser Arzneimittelüberwachungskomponente im Containment-Projekt beauftragte das Länderbüro der WHO in Myanmar das „Promoting the Quality of Medicines“ Programm des US amerikanischen Arzneibuchbüros (USP) welches nach Absprache mit dem Gesundheitsministerium und gemeinsam mit dem Global Pharma Health Fund (GPHF) entsprechende Schulungsmaßnahmen für statistisch relevante Probenzüge, anwendbare Laborprüfungen inkl. Minilab, Datenerfassung und Informationsfluss für weit über dreißig Behördenmitarbeiter Anfang Mai in Nay Pyi Taw, Myanmar’s neuer Hauptstadt, durchführte. Fünf Minilabs werden die bevorstehende Bestandsaufnahme der Qualität lebenswichtiger Malariamittel in fünf Regionen Myanmars unterstützen. Alle Regionen grenzen an Thailand und schließen die ehemaligen Rebellenhochburgen der Mons und Kachins ein. Finanziert wird die Arzneimittelqualitätsinitiative durch die US Agentur für Internationale Entwicklung (USAID).


16.04.2012

Kambodscha: Minilabs große Hilfe beim Erkennen gefälschter Arzneimittel

Beim Aufspüren und Erkennen gefälschter Arzneimittel zur Behandlung von Malaria und anderer Infektionskrankheiten erfüllen in Kambodscha bereits seit vielen Jahren 19 Minilabs lebensrettende Aufgaben. Zur Unterstreichung der wichtigen Rolle, die sie bei der Bekämpfung gefährlicher Arzneimittelfälschungen übernehmen, wurde ihr Leistungsspektrum durch Mitarbeiter des Mekong-Projekts des internationalen Priority Solidarity Funds während einer Fortbildungsveranstaltung des kambodschanischen Innenministeriums Ende März in der Stadt Pailin nahe der thailändischen Grenze demonstriert. Die Fortbildung zum Thema Produktpiraterie wurde von Mitarbeitern der Polizei, des Zolls, der Gesundheitsbehörden und anderer Regierungsabteilungen besucht.


05.04.2012

Afrika: In kirchlicher Ökumene Arzneimittelfälschungen mit Minilabs bekämpfen

Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission in Tübingen (DIFÄM) treibt zum Schutz vor gefälschten Arzneimitteln den Aufbau von Minilab-Prüfstationen an kirchlichen Gesundheitsdiensten in Kamerun, Ghana und Malawi voran. Bereits im letzten Jahr erreichte ein Minilab den Gesundheitsdienst der Baptisten in Kamerun und nun kam ein zweites Kleinlabor für den der Presbyterianer in Kamerun hinzu. Sobald die Minilabs ihren Standort erreichen, werden Schulungen durchgeführt. Die jüngste Schulungsmaßnahme für den Gesundheitsdienst der presbyterianischen Kirche in Limbe wurde gerade erfolgreich beendet. Entsprechendes Bildmaterial befindet sich hier. Alle kirchlichen Minilab-Anwender sind gleichzeitig Mitglieder des ökumenisch-pharmazeutischen Netzwerks (EPN) was für den Schutz vor Arzneimittelfälschungen einen schnellen Austausch von Prüfergebnissen erleichtert.


29.03.2012

Russland: Qualitätsüberwachung von Tuberkulosemitteln mit Minilabs

Nach der anfänglichen Einrichtung von drei Minilab-Prüfstationen in 2009 kamen dieses Jahr sechs weitere Stationen hinzu. Auf der Basis von TB-Fallzahlen und der Verfügbarkeit von Fachpersonal erfolgte die Auswahl der Standorte durch die russische Gesundheitsbehörde „Roszdravnador“ in Zusammenarbeit mit den lokalen Büros des TB-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Gesellschaften des internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds, der US amerikanischen Entwicklungsagentur USAID und der Nichtregierungsorganisation „Partners in Health“. Neun Minilabs befinden sich jetzt in acht Städten West- und Zentralrusslands und zwar in Moskau, St. Petersburg, Oryol, Vladimir, Belgorod, Rostov, Novosibirsk und Tomsk. In diesen Zentren liegt die Handhabung der Minilabs und die Durchführung von Tests vom Probenzug bis zum Laborbericht in der Regie der einzelnen Tuberkuloseinstitute und ihren Dispensarien. Um diese Aufgaben erfolgreich durchführen zu können, fand letzte Woche in Moskau für alle Mitarbeiter des „TB Medicines Quality Monitoring“ Programms eine zentrale Schulung am Minilab durch das technische Hilfsprogramm (PQM) des US amerikanischen Arzneibuchbüros (USP) und des Global Pharma Health Funds (GPHF) statt. Russland ist eines von insgesamt 22 Ländern mit hoher Tuberkuloseprävalenz und steht auf der entsprechend von der WHO geführten Liste auf dem elften Platz. Jährlich gibt es in Russland 120.000 Neuerkrankungen deren Behandlung sich durch die Ausbildung multiresistenter Tuberkulosekeime mehr und mehr erschwert. Zur Vermeidung der Ausbildung von totalresistenten Erregern ist eine Therapie mit Arzneimitteln ohne Qualitätsmängel unabdingbar.


15.02.2012

Miltefosinfälschungen in Bangladesch: Forscher verlangen einfache Schnelltests

Fälschungen preiswerter Generika mit dem Wirkstoff Miltefosin zur Behandlung der viszeralen Leishmaniose (Schwarzfieber), einer tödlichen parasitären Infektion, wurden Hunderten von Patienten 2008 in Bangladesch verabreicht. Holländische Ärzte, die den Fall aufdeckten, schickten daraufhin Proben der Fälschungen ins Labor der Universität in Amsterdam. Nach langwierigen Untersuchungen mit komplizierten spektrometrischen Verfahren konnte hier die völlige Abwesenheit von Miltefosin im Probenmaterial bestätigt werden. Die Ergebnisse der umfangreichen Arbeiten sind jetzt im Fachjournal der „Analyst“ der Royal Society of Chemistry erschienen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Fund gefälschter Arzneimittel zur Behandlung vernachlässigter tropischer Krankheiten in Ländern mit prekärer finanzieller Ausstattung den dringlichen Bedarf zur Entwicklung wesentlich einfacherer und preiswerterer Labortests zur schnellen Bewertung der Qualität eines Arzneimittels vor Ort im Feld unterstreicht. Das Minilab des Global Pharma Health Fund (GPHF) folgt seit Jahren diesem Vorschlag und wird auch die Erfahrungen der Amsterdamer Forscher bei künftigen Weiterentwicklungen berücksichtigen. Leishmaniosen, ausgelöst durch einzellige Parasiten, werden durch Sandmücken übertragen und stehen auf der Rangliste tödlicher Infektionserkrankungen auf Platz zwei gleich hinter Malaria. Jährlich erkranken eine halbe Million Menschen, 50 - 60 Tausend sterben davon.


06.01.2012

Arzneimittelfälschungen: jedes Produkt, an jedem Ort, zu jeder Zeit

Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln floriert. Die Befunde aus 2011 belegen abermals, dass das Fälschen von Arzneimitteln jede Art von Medikament, ob nun Innovation oder Generikum, betrifft, zu jeder Zeit überall auf der Welt stattfindet und die Gesundheit der Verbraucher bedroht. Fallberichte schließen das Fälschen von Malariamitteln und die Vermarktung von Arzneimitteln mit technischen Mängeln leichter oder schwerer Natur ein. So wie der Handel mit gefälschten Medikamenten steigt, so nimmt auch deren Bekämpfung zu. Als Beispiele seien die beiden von Interpol durchgeführten Operationen Cobra in Westafrika und Pangea zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen aus dem Internet genannt. Da häufig Fälschungen mit zu wenig oder gänzlich ohne Wirkstoff vorkommen, blieb in 2011 auch der Bedarf für den Einsatz von Minilabs ungebrochen. Im Durchschnitt gingen pro Monat sechs bis sieben Minilabs in die weltweiten Projekte, wie zum Beispiel nach Liberia, Kamerun oder gar Papua Neuguinea. Seit dem ersten Einsatz eines Minilabs vor zwölf Jahren auf den Philippinen wurden nun bereits 474 Kleinlabors in über 80 Länder ausgeliefert. Mit finanzieller Unterstützung von USP/PQM konnte auch abermals das Repertoire der Minilab-Testmethoden um fünf auf nun insgesamt 57 Arzneimittelwirkstoffe erweitert werden. Dabei handelt es sich zumeist um unentbehrliche Arzneistoffe zur Behandlung von Malaria und Tuberkulose. Im Rahmen dieser Indikationen ist auch für dieses Jahr der Einbau weiterer lebenswichtiger Wirkstoffe geplant.


29.11.2011

Ohne Skrupel: Thriller zum Handel mit tödlichen Arzneimittelfälschungen

Vielen hier ist sicherlich nicht bekannt, dass selbst Arzneimittel zur Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen heutzutage gestreckt und gefälscht werden und die Täter dabei den Tod von Patienten billigend in Kauf nehmen. Besucht man jedoch Dörfer in Ghana, Kenia oder Kambodscha so spürt man die Verunsicherung der Eltern, ob ihr Kind beim nächsten Anzeichen einer Infektion nicht Opfer gefälschter Arzneimittel werden könnte. Vor diesem Hintergrund spielt Ingrid Glomps Krimi „Ohne Skrupel“. Es ist ein aufschlussreicher und fesselnder Thriller einer Journalistin auf der Suche nach Antworten zu den Fragen, wo und wie gefälschte Medikamente produziert und vertrieben werden und wer dabei den großen Reibach macht. Der Krimi beginnt mit einem Banker in Frankfurt, der aus dem Fenster stürzt und Cori Stein, von Beruf Journalistin, quasi vor die Füße fällt. So plötzlich ausgestattet mit Beweismaterial für eine Titelgeschichte, verfolgt von einem Killer und beschützt durch einen Freund, verschlägt es sie auf fast alle Kontinente. Bei einem Stop in Nigeria besucht sie zum Beispiel eine mutige Gesundheitsministerin, die beherzt Arzneimittelfälschungen bekämpft und mehrfach Anschlägen entkommt. Später, landeinwärts, trifft sie auf eines der vielen, verdeckt eingesetzten Minilabs, die die lokalen Behörden zur Erkennung von gefälschten Antibiotika nutzen. Ein Test wird auch das Leben vom kleinen Joe retten. Um jedoch für ihre Titelstory an die Hintermänner zu gelangen, muss Cori weiter in China und Russland recherchieren. Ausgestattet mit ausreichend Material für einen neuen James Bond Film, witzig, spannend und versehen mit einem Happy End, ist der Krimi geeignet, die kommenden Weihnachts- und Wintertage zu versüßen.


15.11.2011

Ghana: Sicherung der Arzneimittelqualität durch Routineschecks mit Minilabs

Arzneimittelfälschungen stellen weltweit ein ernsthaftes Problem dar und ihre Bekämpfung überfordert zumeist die ärmeren Entwicklungsländer. So wurden zum Beispiel aus Ghana in den letzten Jahren immer wieder Fälle gefälschter Malariamittel gänzlich ohne Inhaltsstoffe bekannt. Und obwohl die verantwortlichen Behörden bereits durch die Zulassung die Qualität der Arzneimittel grundsätzlich sichern und darüber hinaus auch deren Verkehr im Land überwachen, gelingt es immer wieder einigen Fälschern und Importeuren das System durch die Umgehung der legalen Vertriebswege zu überlisten. Zur Verbesserung der flächendeckenden Überwachung setzt Ghanas Arzneimittelbehörde  daher auch auf den Einsatz von GPHF-Minilabs , die als Vorfilter zur Unterstützung des Volllabors in der Hauptstadt Accra dienen. Finanziert wird die Marktüberwachung durch die Medicines Transparency Alliance (MeTA) und bis heute wurden zwei Studien zur Situation der Qualität einiger Antibiotika, Anthelminthika und Antidiabetika erstellt, deren Ergebnisse hier beschrieben sind.


27.10.2011

Chaka Chaka, N’Dour starten Aufklärungskampagne mit Song zu gefälschten Arzneimitteln

Nairobi (Kenia). Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen startet die internationale Polizeibehörde Interpol heute ihre Aufklärungskampagne zu gefälschten Arzneimitteln und bringt hierfür im Hilton Hotel zwei renommierte Stars auf die Bühne: Yvonne Chaka Chaka, die sogenannte Princess of Africa, und Youssou N’Dour, einen der weltweit bekanntesten Afropop Sänger. Beide Künstler unterstützen die Medienkampagne mit ihrem neuen, gemeinsamen Song „Proud to be“. Das Lied soll die Menschen hier und in Afrika vor den Kauf und der Einnahme gefälschter Arzneimittel warnen. Es ist der erste Pop Song, der sich mit den Risiken gefälschter Arzneimittel auseinandersetzt. Risiken, die mit dem Ausbleiben des Therapieerfolgs beginnen und am Ende tödlich enden können. Wohl eher zufällig, aber vor fast genau 25 Jahren fand die erste internationale Expertenkonferenz zum Thema Arzneimittelfälschungen 1985 ebenfalls in Nairobi statt. Die bereits damals angelegten Leitlinien werden heute umgesetzt. Ein Resultat davon ist auch das GPHF-Minilab.


20.10.2011

Gefälschte AIDS-Medikamente zur kostenfreien HIV-Behandlung in Kenia entdeckt

Seit im September erste Fälschungen des AIDS-Mittels Zidolam-N der Firma Hetero in Kenia aufgetaucht sind, konnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis heute noch weitere Partien dergleichen Fälscherware identifizieren. Manche der auf den Fälschungen genannten Chargen wurden nie nach Kenia ausgeliefert, bei anderen Chargen überschreitet wiederum die Anzahl der Tabletten ganz offensichtlich die tatsächlichen beim Originalhersteller in Indien produzierten Mengen. Weitere Recherchen von WHO-Partnerprogrammen  lassen den Schluss zu, dass gespendete Originalware für kommerzielle Zwecke umverpackt und umgeleitet wurde. Entsprechend dieser Vermutung ergab die Laboranalyse zu den drei Inhaltsstoffen Zidovudin, Lamivudin und Nevirapin keinerlei Unterschiede zwischen Original und Fälschung. Qualitätsunterschiede können sich dennoch ergeben, sofern bei den Fälschungen Originalware mit sehr kurzer Restlaufzeit oder gar Verfallsware eingesetzt wurde. Bei manchen Partien weisen Verfärbungen der Tabletten darauf hin. Fälschungen mit entsprechend fehlenden oder zu wenig Wirkstoffen können schnell mit dem GPHF-Minilab erkannt werden. Dies ist besonders wichtig in jenen Fällen, in denen gefälschte Arzneimittel lediglich Kreide oder Wasser enthalten.


14.10.2011

Interpol: Schlag gegen Handel gefälschter Arzneimittel über illegale Online-Apotheken

Echt oder gefälscht? Nicht nur wichtig zu erkennen bei Arzneimitteln sondern auch bei Online-Apotheken. Um den derzeit florierenden Handel gefälschter Arzneimittel im Internet zu unterbinden und Verbraucher vor den betrügerischen Verkauf gefährlicher Medikamentenfälschungen zu schützen, koordinierte Interpol, die internationale Polizeibehörde mit Sitz in Frankreich, gemeinsam mit 165 anderen Stellen aus über 80 Ländern jüngst die Observation krimineller Aktivitäten beim Handel mit Arzneimitteln im Netz. Weltweit eine der größten Ermittlungen ihrer Art, wurden Ende September binnen weniger Tage 22,4 Millionen gefälschte und nicht verkehrsfähige Pillen konfisziert, 55 Personen verhört und verhaftet und 13,500 Webseiten mit Verbindungen zum illegalen Arzneimittelhandel abgeschaltet. Die diesjährige Operation Pangea ist für Interpol bereits die vierte Internet-Razzia in Folge und wirft die Frage auf, ob der Handel mit Arzneimittel im Internet jemals sicher sein wird.


10.10.2011

Minilab Handbuchergänzung 2011 nun in Französisch und Spanisch verfügbar

Seit zwölf Jahren stellt der GPHF mit seinen Minilabs den Entwicklungsländern einfache Tests zum Nachweis von gefährlichen Arzneimittelfälschungen preiswert zur Verfügung. Gesundheitsdienste und Arzneimittelbehörden in 80 Ländern haben dieses Konzept bereits aufgegriffen. Mehr als 450 Minilabs befinden sich in Afrika, Asien und Lateinamerika im Einsatz. Seine Anwendungen werden regelmäßig erweitert. Anfänglich nur in Englisch veröffentlicht, steht die erweiterte Fassung mit mehr Malaria- und Tuberkulosemitteln nun auch in Französisch und Spanisch zur Verfügung. Für insgesamt 57 Wirkstoffe, zumeist zur Behandlung von Infektionen, kann nun der Gehalt in Fertigarzneimitteln schnell und unkompliziert überall auf der Welt geprüft werden.


02.09.2011

Papua Neuguinea: Gefälschte Malariamittel in der legalen Arzneimittelvertriebskette

Gefälschte Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten finden immer wieder ihren Weg in Papuas legale Vertriebskette. Im Rahmen einer kleinen Studie in fünf Apotheken der Hauptstadt Port Moresby wurde hierzu ein Warenkorb mit 14 gängigen Arzneimitteln, die entweder das Antibiotikum Amoxicillin oder das Malariamittel Amodiaquin enthielten, per Zufall zusammengestellt und anfänglich mit Minilab DC-Tests auf grobe Fälschungen und später mit den High-Tech-Geräten eines Universitätslabors in Frankfurt am Main auf weitere Mängel hin analysiert. In dem recht kleinen Warenkorb befanden sich bereits zwei gefälschte Malariamittel ohne jegliche Spuren eines wirksamen Bestandteils und in einem der beiden Fälle wurde praktischerweise gleich ein Hersteller deklariert, der weder in Papua Neuguinea noch im Rest der Welt ausfindig zu machen war. Die Pilotstudie wurde vom Global Pharma Health Fund (GPHF) finanziert und die Ergebnisse wurden kürzlich im US amerikanischen Journal of Pharmaceutical Sciences einer breiten Fachwelt vorgestellt. Mitverantwortlich für die Ausbildung resistenter Krankheitserreger stellen gefälschte und unterdosierte Arzneimittel nicht nur eine Gefahr für einzelne Patienten sondern auch immer der Gesamtbevölkerung dar. Nicht zuletzt deshalb stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seinem Mitgliedsland im Pazifik nördlich von Australien kürzlich vier vom GPHF entwickelte Minilabs zum schnellen Aufbau von Arzneimittelprüfkapazitäten zur Verfügung.


02.08.2011

Arzneifälscherring in Vietnam geknackt - Frankreich fährt Aufklärungskampagne am Mekong

Das Poster des französischen Kulturinstituts zeigt eine Kapsel aus der Blut tropft und den Mekong rot einfärbt. Es ruft zur Teilnahme am Mekong Cartoon Contest auf und soll junge Künstler aus Kambodscha, Vietnam und Laos motivieren, Bildergeschichten zum tödlichen Handel mit gefälschten Arzneimitteln und anderen Konsumgütern einzureichen. Der Wettbewerb begann im Juni und endet im September. Noch im Juli wurde die Fiktion von der Wirklichkeit eingeholt. In Hanoi erging Anklage zu einem der spektakulärsten Fälle gefälschter Arzneimittel in Vietnam. Fünfzehn Personen werden beschuldigt, über viele Jahre mehr als vierzig Arzneimittel bekannter Marken gefälscht und vertrieben zu haben.

  • Mehr zum Mekong Cartoon Contest hier
  • Mehr über tödliche Arzneimittelfälschungen in Südostasien hier

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